Geschmack ist Glückssache, sagt Fritze, (diese erste Inferenzstelle kann nicht gleich ausgefüllt werden, s. unten) steht auf, stellt das Solex ab und geht kickern. Als Techniker mit besonderen Fähigkeiten im Durchspiel zwischen Mittel- und Dreierreihe bevorzugt er die alten Korkbälle. Da sich jedoch harte Plastikbälle immer mehr durchsetzen, ist erhöhte Übung vonnöten, (er hat einen gewissen Ehrgeiz beim Spiel) um den Titel Der Unschlagbare vom Leineberg nicht einzubüßen. Beim Stande von 5:5 erscheint Genia. (Genia lenkt ihn ab) Fritze versäumt es, die Verteidiger zu stellen, und verliert das Spiel. Frauen, sagt Fritze. Genia will Fritze draußen was sagen, drückt ihm aber nur einen Kuß auf den Mund und verschwindet. (Welchen Grund hat sie dafür?) War was, sagt der dicke Kaldasch. (Der sieht die Ablenkung des Unschlagbaren) Alles unter Kontrolle, sagt Fritze. (Fritze hat diesen Gestus wohl nötig) Willst du ein Bier, sagt Kaldasch. Ich trinke kein Bier, sagt Fritze und trinkt eins und dann noch eins (Er lässt sich schnell umstimmen und verführen) und einen Ratzeputz, zur Desinfektion, sagt er, falls sie vorher die blonde Pfeife geküßt hat. (Fritze hat Genia mit der blonden Pfeife wohl am Anfang gesehen (hier eine Rekursivität!) und vermutet in ihm einen Konkurrenten - dagegen hilft offenkundig nur ein Quantum Alkohol).
Soweit die lokalen Inferenzen. Großräumigere Verknüpfungen ergeben, dass sich Fritze von seinem Ehrgeiz und seinen Leistungen immer wieder leicht ablenken lässt. Erst in der Verbindung lokaler Inferenzen und globaler Verknüpfungen bildet sich langsam ein komplexes und begründetes Gesamtbild dieser fiktiven Figur.
Solche Verbindungen sind nicht zu ziehen, ohne dass sich die Leser bei der Lektüre Zeit nehmen, um ihre Inferenzen zu bilden! Dafür müssen sie aber wissen, dass die schrittweise Lektüre im eigenen Tempo unerlässlich ist, dass sie quasi die grundlegende Lesestrategie darstellt.
Natürlich sind auch diese Inferenzen in die gesamte Situation des Lesens, des Themas, des Leseinteresses und des Vorwissens eingebettet, sie liegen also immer auch im hermeneutischen Zirkel.