Der Wortschatz


Eine neuere Publikation aus dem Jahr 2013

Der Wortschatz in Sachfeldern - Unterstützung für das Textverstehen  

In: Jan Boelmann & Daniela Frickel (Hrsg.): Literatur – Lesen – Lernen. Gerhard Rupp zum 65. Geburtstag. Frankfurt(M): Peter Lang (2013), S. 377-394

Unser Wortschatz wird in Sachfeldern gespeichert, sowohl für Konkreta als auch für innere Motive und für Emotionen. Kinder, deren Sachfelder unspezifisch und allgemein angeregt werden, verstehen komplexe Texte in diesen Themenbereichen deutlich besser, obwohl sie gerade nicht punktuelle Wortschatzarbeit betrieben haben


Hier werden Wortschatzaspekte aus Desi beschrieben:

1. Die Ergebnisse aus dem DESI-Projekt, die zeigen, dass der Wortschatz ein vergessenes Thema ist.

2. Zwei neuere Publikationen zum Thema der Testung und zum Wortschatz in den Lehrplänen seien erwähnt. Darin liste ich u.a. die bisherigen Verfahren der Testungen auf, dazu ihre Ergebnisse und ich beschreibe vier Tests ausführlich, von denen zwei auf dem Markt sind. Siehe die Publikationsliste: Wortschatz / Testungen

Im Artikel über die Curricula zeigt es sich, dass es zwei Länder gibt, die exzellente Wortschatzarbeit betreiben: Sachsen-Anhalt und Bayern. (Publikationen / Wortschatz Lehrpläne)

3. Und es folgen demnächst einige Einsichten aus einem neueren kleinen Projekt in der Grundschule: Unspezifische  Wortschatzanregung

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1. Wortschatzergebnisse des DESI-Projekts:


Niveau

Gesamt

Hauptschule

IGS

Realschule

Gymnasium

<1

38,2%

71,4%

31,1%

56,9%

7,6%

1

29,4%

22,3%

39,2%

27,4%

24,4%

2

14,5%

4,1%

16,9%

9,0%

23,7%

3

17,9%

2,3%

12,8%

6,7%

44,2%

Ich habe die kritischen Ergebnisse rot markiert:

Unter Stufe 1 heißt, dass die Jugendlichen nicht einmal die Basiswörter richtig beherrschen, die zu den häufigsten 2000 gehören.

Auf Stufe 1 beherrschen sie lediglich diesen absolut notwenigen Wortschatz.

Stufe 2 enthält Konkreta und Abstrakta, die im wesentlichen zur Häufigkeitskategorie 2000-4000 gehören.

Und erst Stufe 3 umfasst Fachwörter, Fremdwörter und nicht alltägliche Redensarten.

Positiv ist, dass die Jungen im Wortschatztest gleich gut waren wie die Mädchen, weil sie sich erkennbar für Sachthemen interessieren! Negativ und leider zu erwarten war, dass Jugendliche, die zu Hause zwei Sprachen oder überhaupt nur eine andere als Deutsch sprechen, noch deutlich unter diesen Mittelwerten lagen.

Zum Vorgehen

Bei aller Anerkennung des Tests gab es auch die Kritik, wir hätten die Kontextuierung von Wortschatzkenntnissen nicht beachtet. Alle vorhandenen Tests arbeiten mit selektiven Ausschnitten (wie im Testwesen üblich) - kein Test bildet die Kontextuierung des Wortschatzes ab, wie sie im realen Leben vorkommt. Das ergab auch die Analyse der vorhandenen Verfahren, die ich im oben erwähnten Artikel vorgelegt habe. Schulische Förderung muss natürlich anders vorgehen  vorgehen. Dazu der noch folgende Bericht über die unspezifische Anregung in der Grundschule: Der Wortschatz in Sachfeldern – Unterstützung für das Textverstehen. Dieser abschließende Artikel erschien 2013 in einem Sammelband (s. oben).